In der Regel findet bei Kindern zuerst ein Gespräch mit den Eltern allein statt. Dann folgen mehrere Termine mit dem Kind. Anschließend findet ein Abschlussgespräch mit den Eltern statt. Jugendliche dürfen ab einem gewissen Alter selbst entscheiden, ob sie möchten, dass ihre Eltern zu einem Erstgespräch eingeladen werden.

Die Erstgespräche dienen einer ersten Orientierung

Im Gespräch gilt es gemeinsam zu verstehen, ob die entstandene Symptomatik Ausdruck einer vorübergehenden entwicklungsbedingten Krise ist (z.B. erste wirkliche Trennung von den Eltern durch den Besuch des Kindergartens, Schwierigkeit mit der Identitätsfindung im Rahmen der Pubertät ...) oder ob die Symptomatik als Anhaltspunkt dafür zu verstehen ist, dass das Kind bzw. der/die Jugendliche mit der Bewältigung eines Ereignisses oder eines Entwicklungsschrittes überfordert ist. Vielleicht auch, weil er/sie in der Vergangenheit schon häufiger schwierige und erschütternde Erfahrungen gemacht hat (Tod eines Elternteils, problematische Trennungen, eigene Erkrankungen oder die von Familienangehörigen ...). Darüber hinaus gilt es kritisch zu prüfen, ob die Lebensumstände des Kindes bzw. des/der Jugendlichen (Behinderung, chronische Erkrankungen, Pflegschaft, Adoption ...) das Entstehen bzw. die Aufrechterhaltung der Symptomatik begünstigen oder unterstützen.

Nicht zuletzt sollte im Gespräch bedacht werden, ob die Symptomatik des Kindes bzw. des/der Jugendlichen auf eigene unbewusste Konflikte oder die ihrer Eltern hinweist.

Diagnose

Im Rahmen der Erstgespräche entsteht in der Regel ein gemeinsames tieferes Verständnis der familiären Psychodynamik und der entstandenen Symptomatik. Das entstandene Verständnis der Art und der Schwere der Symptomatik bzw. der Erkrankung erlaubt es der Psychotherapeutin, eine Diagnose zu stellen. Möglicherweise wird nach Abwägung aller Eindrücke und Informationen  deutlich, dass keine weitere therapeutische Unterstützung nötig ist oder aber das die Inanspruchnahme einer anderen Einrichtung (Ambulanz einer Klinik, Erziehungsberatung, Eheberatung ...) zum jetzigen Zeitpunkt sinnvoller erscheint.

Psychotherapie

Manchmal wird im Rahmen der Erstgespräche aber auch die Notwendigkeit einer Psychotherapie deutlich. Es gibt die Möglichkeit, eine Kurzzeittherapie (maximal 25 Stunden zur Überprüfung der Indikation, der Umstellungsfähigkeit aller Beteiligten, zur Krisenintervention) oder eine Langzeittherapie (maximal 150 Stunden bei Kindern und 180 Stunden bei Jugendlichen) zu beantragen.

Im Rahmen einer analytischen oder tiefenpsychologisch fundierten Langzeittherapie soll durch die Bearbeitung der unbewussten inneren Konflikte die gestörte Entwicklung wieder in Gang kommen und ein tieferes Verständnis des eigenen Verhaltens und der familiären Dynamik entstehen. Mit Jugendlichen ist dies ab einem gewissen Alter im Gespräch möglich. Kinder drücken ihre inneren Konflikte im Spiel, beim Malen etc. aus.

Grundlage einer Psychotherapie ist das vertrauensvolle Verhältnis zwischen dem Kind bzw. des/der Jugendlichen und der Psychotherapeutin. Da besonders bei Kindern die Eltern durch regelmäßige Gespräche eng in die Behandlung eingebunden sind, kommt der vertrauensvollen Beziehung zwischen ihnen und der Psychotherapeutin ebenfalls entscheidende Bedeutung zu.

 
 
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Weitere Informationen

Nähere Informationen zur analytischen und tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie finden Sie auf den Seiten www.vakjp.de und www.vakjp-hh.de.