Entwicklungsaufgaben

Das Heranwachsen von Kindern und Jugendlichen ist in der Regel durch verschiedene Entwicklungsaufgaben geprägt.  Jede Altersstufe beinhaltet  physische oder psychische Entwicklungsaufgaben, die bewältigt werden müssen. Viele dieser Entwicklungsaufgaben bewältigen Kinder und Jugendliche offenbar mühelos allein oder mit Hilfe der Unterstützung ihrer Eltern oder ihrer Freunde.

Ab und an treten aber im Entwicklungsverlauf äußere Ereignisse auf, mit deren Verarbeitung das Kind bzw. der/die Jugendliche überfordert zu sein scheint - Krankheit, Trennung der Eltern, Geburt eines Geschwisterkindes, Tod eines nahen Angehörigen, Wohnortwechsel ...

Aber auch die anstehenden psychischen Entwicklungsschritte (allmähliche Lösung von den Eltern, Übergang in den Kindergarten bzw. Einschulung, Bewältigung der Identitätsfindung im Rahmen der Pubertät, Partnerschaft und Sexualität, Schulabschluss und Berufswahl ...) können als beunruhigende, zu schwer zu bewältigende, Entwicklungsaufgaben erlebt werden.

Entwicklungskrisen

Häufig gelingt es den Kindern und Jugendlichen, die als krisenhaft erlebten Ereignisse oder Entwicklungsschritte aus eigener Kraft oder mit Hilfe von familiärer Unterstützung zu bewältigen. Manchmal stellt die Verarbeitung der Krise aber auch eine andauernde Überforderung dar.

Dann reagieren Kinder und Jugendliche oft mit der Entwicklung von Symptomen (traurig erscheinender Rückzug, psychosomatischen Kopf- und Bauchschmerzen, Nahrungsverweigerung, aggressives Verhalten, einnässen, gesteigerter Appetit ...). Das dauerhafte Auftreten von Symptomen alarmiert in der Regel Eltern und das nähere Umfeld des Kindes bzw. des/der Jugendlichen.

Um abzuklären, ob das Kind bzw. der/die Jugendliche bei der Bewältigung der schwierigen Ereignisse und Entwicklungsschritte professionelle Hilfe braucht, sollte eine Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin aufgesucht werden. Diese führt dann zu Diagnostikzwecken mehrere Erstgespräche (so genannte probatorische Gespräche) durch.

Vorstellungsanlässe zur diagnostischen Abklärung

  • Frühkindliche Regulationsstörungen (Schlaf-, Schrei- und Fütterstörung in den ersten Lebensmonaten)
  • Ängste (Trennungsangst, Schulangst, Angst vor Tieren, vor Dunkelheit, vor Einbrechern, vor ungewohnten Situationen, vor fremden Menschen...)
  • Familiäre Belastungssituationen (Trennung der Eltern, physische oder psychische Erkrankung eines Elternteils, Geburt eines Geschwisterkindes, Arbeitslosigkeit...)
  • Psychogene Essstörungen (Magersucht, Bulimie)
  • Selbstwert- und Kontaktprobleme, Beziehungsängste
  • Traumatisierungen (durch Tod eines Elternteils/nahen Angehörigen, Gewalt- und/oder Missbrauchserfahrungen,  Kriegserlebnisse...)
  • Depressive Episode (sozialer Rückzug, anhaltende Traurigkeit, Konzentrationsstörungen, Antriebslosigkeit...)
  • Aggressives Verhalten (plötzliche Wutausbrüche, anhaltende Regelverletzungen, körperliche Aggressivität...)
  • Einnässen, Einkoten
  • Lern-, Schul- und Ausbildungsprobleme
  • Medien-, Drogen- und Alkoholmissbrauch
 
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